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VW Sammelklage

Musterverfahren nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) eröffnet

Das Oberlandesgericht Braunschweig hat die Deka Investment GmbH zur Musterklägerin im Rahmen des Musterverfahrens nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) bestimmt (Az.: 3 Kap 1/16).

→Pressemeldung OLG Braunschweig

Die einzelnen Feststellungsziele ergeben sich aus dem Vorlagebeschluss des Landgerichts Braunschweig vom 05.08.2016 (Az.: 5 OH 62/16), der im elektronischen Bundesanzeiger (Klageregister) veröffentlicht ist.

Mit dem KapMuG wird Anlegern die Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen erleichtert, da im Rahmen einer solchen VW Sammelklage gleichlautende Tatsachen- und Rechtsfragen durch das zuständige Oberlandesgericht verbindlich für alle Kläger entschieden werden können. Zudem bietet das KapMuG seit seiner Reformierung im Jahr 2012 die Möglichkeit der verjährungshemmenden Anspruchsanmeldung gem. § 10 Abs. 2 und 3 KapMuG. Ab Bekanntmachung des Musterverfahrens im Klageregister des elektronischen Bundesanzeigers können Anleger, die wegen desselben Anspruchs noch keine Klage erhoben haben, Ansprüche schriftlich gegenüber dem OLG Braunschweig anmelden. Dabei müssen sie sich durch eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt vertreten lassen. Die Anmeldung muss innerhalb einer Frist von sechs Monaten ab Bekanntgabe erfolgen.

Worum geht es bei der VW Sammelklage?

Den Hintergrund der VW Sammelklage bildet die Entscheidung seitens der VW AG, die Abgaswerte von Dieselfahrzeugen in den USA zu manipulieren sowie das Verschweigen der schon im Jahr 2014 in den USA eingeleiteten behördlichen Untersuchungen. Diese Umstände stellen unseres Erachtens nach eine Insiderinformation gemäß § 13 WpHG dar, die unverzüglich gemäß § 15 WpHG hätten veröffentlich werden müssen. Die VW AG hat den Anlegern über Jahre bewusst wahrheitswidrig vorgespiegelt, ihre Fahrzeuge würden weltweit den gesetzlichen Abgasanforderungen entsprechen. Deshalb haben alle Anleger, die im Zeitraum der Manipulationen VW Aktien  erworben haben, diese Aktien zu teuer erworben. Die Anleger haben deshalb gemäß § 37 b WpHG gute Chancen von VW Schadensersatz zu erhalten.

Welche Aktionäre sind betroffen?

Aktionäre, die in dem relevanten Zeitraum 29.10.2008 bis 17.09.2015 VW Aktien erworben und diese bis 20.09.2015 gehalten haben, können Schadensersatzansprüche geltend machen und sich unverbindlich und kostenfrei in die für die VW Sammelklage zur Verfügung gestellte Website des Prozessfinanzierers

VW Sammelklage

eintragen. Die Advofin AG hat exklusiv der Kanzlei Rotter Rechtsanwälte Partnerschaft eine Prozessfinanzierungszusage erteilt. Inhalt dieser Grundsatzzusage ist, dass Prozesse von Aktionären, die von VW Schadensersatz fordern wollen, gegen eine reine Erfolgsbeteiligung finanziert werden.

In welcher Höhe besteht der Schadensersatzanspruch?

Es gibt zwei Alternativen zur Berechnung des Anspruchs auf Schadensersatz. Zum einen kann der sog. Kursdifferenzschaden geltend gemacht werden, der sich auf den Betrag beläuft, um den die betroffene Aktie “zu teuer” gekauft wurde. Zum anderen kann in Fällen dieser Art nach der Rechtsprechung des BGH die vollständige Rückabwicklung des Kaufs verlangt werden (Urteil vom 13. Dezember 2011, Az. XI ZR 51/10).

Ansprechpartner: Rechtsanwalt Klaus Rotter und Rechtsanwalt Bernd Jochem (+49 89 64 98 45-0; mail@rrlaw.de)